Orangenmarmelade

Bitterorangen
Zeit
2,5 m
Schwierigkeitsgrad
mittel
Personen
4–6

Mögt ihr Orangenmarmelade? Oder ist es für Euch eher die schlimmer Erinnerung an einen England Urlaub, wo ihr kalte, trockene Toastscheiben mit Orangenmarmelade gereicht bekommen habt?
Um ehrlich zu sein, dass ist eine meiner Irland Erinnerungen. Im Bed & Breakfast gab’s immer das super üppige Frühstück so mit allem, also Cornflakes, Toast und Marmelade, Eier, Black & White Pudding, Bacon und Sausages. Als Kind mochte ich vor allem die Sausages mit Spiegelei besonders gerne. Ich nenne diese Würstchen hier mal Sausages, weil ich finde, dass die einfach ne ganz eigene Nummer sind … Interessant wäre auch mal zu wissen, wieviel Fleisch da denn überhaupt drin ist.

Jedenfalls habe ich vielleicht aus diesen Urlauben die Macke, dass ich kaltes, getoastetes Brot total zum Kotzen finde. Vor allem hatten die dann auch noch so ein kleines Regal, wo die Toastscheiben reingestellt wurden, damit sie besonders gut auskühlen können. Kalter Toast. Mann, das schmeckt so garnicht.
Und dazu dann NUR Orangenmarmelade. Riesen Enttäuschung für die 8 Jahre alte Katy.

Zum Glück konnte ich dieses Trauma dann auch recht bald wieder überwinden. Ofenwarme Scones mit salziger Butter und Orangenmarmelade sind nämlich sehr lecker und inzwischen freue ich mich immer, wenn ich welche sehe.

Vielleicht ist auch das ein Grund, warum ich schon so lange Orangenmarmelade selbst machen möchte. Aber leichter gesagt als getan. Diese Marmelade wird ja aus Bitterorangen gemacht. Und habt ihr die schonmal irgendwo im Laden gesehen???  Ich leider nicht.
In diversen Rezepten, die ich konsultiert habe, steht, man soll Seville-Orangen nehmen, die habe ich hier aber auch noch nie gefunden, weiß auch garnicht, ob das nun Bitterorgangen sind, oder wieder was anderes. Weiß das wer??
Aus Verzweiflung habe ich mir vor 1,5 Jahren ein kleines Bitterorangen-Bäumchen gekauft. Und dieses Bäumchen hat tollerweise auch echt gleichzeitig ein paar Orangen produziert, die ich heute geerntet habe und nun zu Marmelade verarbeite. (Ehrlicherweise habe ich einfach ein Faible für Zitrusbäumchen, habe auch schon eine Zitrone und eine Bergamotte …)
Dieses Rezept ist adaptiert von Nigella Lawsons Rezept aus dem Buch „How to eat“.

Zutaten

  • 1 kg Orangen, bevorzugt Bitterorangen
  • 500 g Gelierzucker 2:1
  • 3 TL Zitronensaft
  • Wasser

Orangen für MarmeladeMein Bäumchen hat nur 550 g Bitterorangen abgeworfen, daher habe ich noch eine (krasserweise gigantisch große) Orange aus meinem Bio-Korb dazu gelegt.
Die Orangen gründlich waschen und komplett so wie sie sind (also ganz, inkl. Schale) in einen großen Topf legen und soviel Wasser einfüllen, dass die Orangen schwimmen können. Nun alles auf den Herd stellen, zum Kochen bringen und für 2 Stunden kochen lassen.
Ich habe immer mal wieder versucht die Orangen umzudrehen, da ich den Eindruck hatte, dass sie sich nicht so richtig selbst drehen und dadurch evtl. einseitig garen.
Nach 2 Stunden den Topf vom Herd nehmen, nun sind die Orangen schön weich und komplett durchgegart.
Sobald sie sich anfassen lassen, halbieren, die Kerne entnehmen und diese in einen kleinen Topf packen und mit ein wenig von dem Kochwasser bedecken und 5 min auf kleiner Flamme köcheln lassen.
In der Zwischenzeit die Orangen zerkleinern. Das Fruchtfleisch in einem Topf fein zerdrücken und die Schale in möglichst feine Streifen schneiden. Oder so wie ihr es wollt. Könnten natürlich auch Stücke sein, etc.
Die Schale, Zitronensaft und den Gelierzucker zu dem Fruchtmus in den Topf geben, das Wasser, in dem die Kerne gekocht haben, dazu geben (ohne Kerne) und noch zusätzliche 10 EL von dem Kochwasser und alles langsam zu kochen bringen.
Unter Rühren für 5 min köcheln, aufpassen, dass Euch die heiße Marmeladenmasse nicht verbrennt, wenn es blubbert und spritzt.
Nun ist die Marmelade fertig, und sie sollte am besten sofort in saubere, trockene Marmeladengläser abgefüllt werden. Ich drehe die Gläser dann immernoch für mindestens 10 min auf den Kopf.

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